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Kohle am Tönsberg

Hier stehen wir an der Nordseite des Tönsberges vor einem verschütteten Kohlestollen. Seit 1592 sind in und um Oerlinghausen des Öfteren Versuche gestartet worden Kohle zu finden und zu fördern.

In 1605 läßt Graf Simon VI zur Lippe Bergleute aus dem Harz kommen. Sie bauen Schächte und Stollen, die „Grube Simon“. Die Kohleausbeute war nur mager, 1611 wurden daher die Arbeiten wieder eingestellt. Weitere Schürf- und Bohrversuche sind im 18. Jahrhundert und Anfang des 19.Jahrhunderts im heutigen Oerlinghauser Stadtgebiet nachgewiesen. Das Ergebnis war letztendlich enttäuschend, die geförderten Kohlemengen waren zu gering.

Wie aber kam die Kohle nach Oerlinghausen?

In einem Abschnitt des Erdzeitalters der Unterkreide (vor etwa 140 Millionen Jahren) herrschte in dieser Region ein tropisch-subtropisches Klima. Hier wuchsen u.a. zypressenähnliche Bäume, Ginkgo-Arten, Farne und Palmen. Ganz Norddeutschland glich einem tropischen Sumpfwaldmoor. Die zeitweise durch Flüsse in großen Mengen eingeschwemmten Sande führten zur Schichtenbildung. Bis zu vier Steinkohleflöze (mit 2, 5, 8 und 12 Zoll Dicke), eingelagert in mehrere hundert Meter mächtige Sandsteinschichten, lassen sich nachweisen. Diese Vorgänge dauerten etwa 5 Millionen Jahre. Die gesamte Schichtstufe wird heute als Berriasium bezeichnet, darin enthalten ist die für die Kohlevorkommen namengebende Schichtenfolge des Wealden (benannt nach der englischen Ortschaft Wealden).

Der alte Eingang des ehemaligen, aus der Zeit um 1800 stammenden, Stollens liegt heute ca. 4 Meter unter dem Straßen-Niveau im Hang.