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Alles spricht für mehr Laub

Auch auf der Fläche, vor der Sie nun stehen, hat der Orkan Kyrill seine Spuren hinterlassen. Rechtlich besteht für alle Waldbesitzer, das heißt sowohl für den Staat als auch die privaten Waldbauern, eine gesetzliche Verpflichtung zur Aufforstung von Kahlflächen. Allerdings ist die Wiederbewaldung einer Kahlfläche eine schwierige Aufgabe.

Dem Förster stellen sich Fragen wie:

Reicht die natürliche Verjüngung durch die Aussamung von Bäumen für die Wiederbewaldung aus oder ist eine aktive Wiederaufforstung notwendig?
Können sich die Baumsämlinge im Falle einer natürlichen Verjüngung gegen die Konkurrenz durch andere aufwachsende Pflanzen wie Gräser und Brombeeren durchsetzen?
Welche Baumarten siedeln sich zuerst an und setzen sich dann gegenüber anderen durch?
In welchem Umfang gefährden oder verhindern Konkurrenz, Krankheiten oder Wildverbiss die Verjüngung?

Wiederbewaldung mit Weitsicht

Bei der Aufforstung bzw. Wiederbewaldung von Kahlflächen ist die Auswahl der Baumarten eine der wichtigsten und verantwortungsvollsten forstlichen Tätigkeiten. Die Sturmschäden der letzten Winter haben gezeigt, dass insbesondere die nicht-standortgerechten Fichtenbestände zu wenig stabil sind. Die nahezu überall im südlichen Teutoburger Wald und in der Egge natürlicherweise vorkommende Buche war demgegenüber fast nicht vom Windwurf betroffen. Ziel der Förster ist es daher, auf den Kahlflächen naturnähere Bestände mit deutlich höheren Laubbaumanteilen zu entwickeln.

Bei der Langfristigkeit der forstlichen Produktion mit Umtriebszeiten von hundert und mehr Jahren sind die Waldbesitzer angesichts der Vorhersagen zur künftigen Klimaentwicklung in besonderer Weise gefordert. Die Bestände müssen nicht nur im heutigen Klima stabil sein, sondern auch den künftigen Veränderungen z. B. trockener und niederschlagsärmerer Sommer standhalten können. Auch diese Entwicklungen sprechen im Teutoburger Wald und Eggegebirge grundsätzlich für laubholzreichere Bestände.

Im Schutz des Trupps

Bei der Wiederbewaldung von Kahlflächen unterscheiden sich die Ausgangsbedingungen für einen Baumartenwechsel grundlegend von denen in einem bestehenden Bestand. Insbesondere die Buche ist auf der Freifläche frostempfindlich und wird vom Rehwild leicht verbissen. Ihre Aufwuchschancen unter dem Schirm eines ggf. aufgelichteten Fichten waldes sind dagegen deutlich höher.

Eine flächenhafte Aufforstung von Kahlflächen überfordert besonders nach größeren Schadereignissen wie Windwürfen die finanziellen Möglichkeiten der Waldbesitzer. Aber es gibt Alternativen. Vielerorts, auch im Eggegebirge, wird die natürliche Sukzession auf den Flächen zugelassen, das heißt, man wartet, was aufwächst. Dann versuchen die Förster und Waldbauern die weitere Bestandsentwicklung zu lenken. Dabei nehmen sie in Kauf, dass sich erst mal ein Mischwald entwickelt, der dann in der Folgezeit schrittweise zum reinen Laubwald umgebaut werden kann.

Eine andere Möglichkeit sehen Sie auf der Fläche vor sich. Hier wurde in kleinen so genannten Trupps aufgeforstet. Sie setzen sich aus unterschiedlichen Laubbaumarten wie Buche und Eiche zusammen. Im Schutz des Trupps haben die Bäume eine größere Überlebenschance.