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Quellen – Ursprünge des Lebens

Für den Menschen haben Quellen seit jeher einen hohen Symbolgehalt, und es ranken sich viele Geschichten und Mythen um ihre Ver gangenheit. In der Nähe dieser sowohl wirtschaftlich als auch kulturell bedeutsamen Orte wurden häufig Siedlungen gegründet oder Kultbauten errichtet. So konnte auch der früheste Siedlungsbefund im Bereich des Naturparks an Quellen nachgewiesen werden. An den Rethlager Quellen im Teutoburger Wald soll ein Lager eiszeitlicher Jäger bestanden haben.

Wo sich Wasser, Land und Luft begegnen

Quellen sind natürliche, ständig oder zeitweilig fließende Austritte von Grundwasser an die Erdoberfläche. Hier kommt das Wasser, das vorher langsam unter der Erde geflossen ist, zum ersten Mal mit der Luft in Berührung. Hier vollzieht sich der Übergang vom Grund- zum Oberflächenwasser, der in jeder Hinsicht fließend ist. Denn die typischen Eigenschaften des Quellwassers erstrecken sich in der Regel noch etliche Meter in den Quellbach hinein.

Der Lebensraum Quelle umfasst nicht nur den unmittelbaren Quellaustritt in Richtung des Bachabflusses, sondern auch die mehr oder weniger direkte Umgebung des Wasseraustrittes mit allen dort lebenden Tieren und Pflanzen. Daher spricht man auch richtigerweise eher von Quellbereichen als von Quellen.

Viele Quellen sind mehr oder weniger stark vom Menschen verändert worden. Sie wurden gefasst oder verrohrt; das natürliche Quellumfeld ist verloren gegangen. Die Fassung von Quellen, auch mitten in der freien Landschaft, war früher aus einem gut gemeinten, aber eher nutzungsgeprägten Naturverständnis heraus üblich. Man wollte die Quelle vor „Verwilderung“ schützen. Als zu schützendes Gut wurde lange nur das Quellwasser selbst betrachtet, aber nicht dessen belebtes Umfeld. Daher sind heute auch viele als Naturdenkmal ausgewiesene Quellen gefasst. Den Folgen dieser Eingriffe war man sich lange Zeit selbst im Naturschutz nicht bewusst. Heute ist die Fassung von Quellen aus ökologischen Gründen verboten.

Hier an den Hängen des Klippen- und Felsenmeeres gibt es noch zahlreiche ungestörte Hangquellen, die oberhalb des Weges an vielen Stellen zutage treten. Sie befinden sich hier am Weg definitionsgemäß noch im „Quellbereich“ der Axelquelle, denn der eigentliche Wasseraustritt liegt weniger als 100 Meter von hier entfernt.

Kälte und Wärme aus der Tiefe

Da das Grundwasser an Quellen meist aus größerer Tiefe aus dem Untergrund an die Oberfläche tritt, ist die Wassertemperatur des Quellwassers weitgehend unabhängig von der aktuellen Außentemperatur.

An den meisten Quellen entspricht die Wassertemperatur annähernd der mittleren jährlichen Lufttemperatur. Im Sommer sind die Quellen deshalb eher frischer, im Winter eher wärmer als die Außentemperatur oder die Wassertemperatur von Oberflächengewässern.

Im Teutoburger Wald und Eggegebirge gibt es zahlreiche Quellen, an denen Wasser aus so großer Tiefe an die Erdoberfläche tritt, dass das Wasser durch die höheren Temperaturen im Erdinnern stark erwärmt ist. Hat das an der Oberfläche austretende Wasser über 20 Grad, spricht man von Thermalquellen, bei über 50 Grad von heißen Quellen. Die Heil- und Thermalquellen sowie Kohlesäureblasen in der Region haben ihren Ursprung in vulkanischen Aktivitäten, die sich hier vor etwa 7 bis 14 Millionen Jahren vollzogen haben. Heute gehören die Quellen zu den wertvollsten Schätzen des Naturparks. Sie haben der Region zwischen Teutoburger Wald, Eggegebirge und Weserbergland den Ruf als „Heilgarten Deutschlands“ eingebracht. Bereits im 16. Jahrhundert waren die Bad Driburger Heilquellen bekannt und im 18. Jahrhundert wurden Badekuren in Bad Meinberg und Bad Salzuflen populär. Durch gezielte Suche und Bohrungen konnten seither viele neue Quellen erschlossen werden; die jüngste, die Bad Driburger Thermalquelle, wurde erst 1988 / 1989 erbohrt.