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Amphibiengewässer

An vielen Bereichen des Naturschutzgebietes Externsteine finden Amphibien einen idealen Lebensraum. Ihr Markenzeichen ist es, dass sie ihre Eier im Wasser ablegen. Die Larven leben dann eine Zeit lang im feuchten Element. Später gehen sie an Land, werden erwachsen und pflanzen sich fort.

Im Gebiet kommen vor allem Erdkröten, aber auch Feuersalamander, verschiedene Molcharten und Grasfrösche vor. Am häufigsten kann die Erdkröte beobachtet werden. Im Frühjahr, wenn sich die Erdkröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern machen, bilden sich im Körper der Weibchen bereits die Eischnüre. Vor allem an Tagen, an denen es abends regnet und die Temperaturen 10 Grad und mehr betragen, sind die Kröten unterwegs. Oft umklammern die Männchen schon auf der Wanderung die Weibchen und lassen sich so zum Laichgewässer tragen.

Menschenfrauen müssten ihre Männer im Größenvergleich 200 Kilometer und mehr in wenigen Wochen tragen. Und das auch noch während der Schwangerschaft.

Geleitet durch ihren Geruchssinn und einen ausgeprägten Magnetsinn wandern die Tiere in der Regel zu ihren Laichgewässern, in denen sie als Kaulquappe aufwuchsen.

Am Teich angekommen wehren die Männchen mit ausdauernden Rufen mögliche Rivalen um die Gunst der Weibchen ab. Das ständige Quaken der Erdkröten im Teich ist meist der Ruf der Männchen – die so ihr Revier abstecken. Kröten legen ihre Eier in Schnüren ab, Frösche in Klumpen. Hierbei gilt: die Masse macht’s – je mehr Eier, desto besser. Unzählige Gefahren lauern auf die Kaulquappen. Von 100 Eiern entwickelt sich oft noch nicht einmal eines zu einer jungen Kröte, die an Land geht.

Nach dem Schlüpfen aus dem Laich raspeln die jungen Kaulquappen mit ihrem Maul von Pflanzen und Algen kleine Teile ab, um sie zu fressen.

Meist schwimmen sie in Schwärmen durch das Gewässer – so verwirren sie Fressfeinde und können so auch kommunizieren. Nach sechs bis acht Wochen haben die Kröten in spe Beinchen, die Metamorphose beginnt. Dann stellen sie sich von der Kiemen- auf die Lungenatmung um. Gleichzeitig verkürzt sich der Darm, denn aus den Pflanzenrasplern werden nun Fleischfresser. Per Schleuderzunge werden sie Insekten und Schnecken vertilgen.

In der Zeit der Umstellung zehren sie vom nun nicht mehr benötigten Ruderschwanz. Oft zu hunderten gehen die kleinen, kaum einen Zentimeter langen Kröten an Land. Sie suchen sich nun eigene Reviere. Nach ein paar Jahren sind sie so weit, dass sie sich nach der Winterpause, die sie geschützt in Erdlöchern und kleinen Höhlungen verbringen, auf die Frühjahreswanderung machen, um einen Partner zu finden und abzulaichen.

Kröten und Frösche sind sehr nützlich. Jeder Gartenfreund kann froh sein, wenn er die kleinen Helfer in seinen Beeten hat: Die Mengen an Insekten und Schnecken, die diese Tiere vertilgen, sind enorm.