Die GPS-Erlebnisregion ist offizielles Dekade-Projekt
Navigation: Home - Externsteine - Hudewald

Hudewald

Die alten, mächtigen Bäume, die hier stehen, geben dem Mythos Wald einen besonderen Inhalt – aber dieser Wald ist kein natürlicher Wald. Er ist entstanden, weil hier über lange Zeit das Vieh geweidet wurde. Ob Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen oder Pferde, alle wurden in den sogenannten Hudewald zum Weiden gebracht. Das Wort Hudewald leitet sich von Hüten ab. Seit der Jungsteinzeit schon gibt es diese Waldnutzungsform. Im Mittelalter hatte sie ihre größte Bedeutung und wurde in größerem Umfang in Deutschland bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts durchgeführt.

Mit zunehmend intensiver Beweidung war die Zerstörung der natürlichen Wälder verbunden. Das Vieh fraß nicht nur die krautigen Pflanzen, auch junge Gehölze wurden stark verbissen.  Im Laufe der Zeit entwickelten sich lichte, fast parkartige Wälder aus sehr alten, dicken Bäumen. Für die Hude wurden besonders geeignete Baumarten ausgewählt. Dazu gehören vor allem Eichen und Buchen, aber auch Wildobstbäume. Diese konnten durch ihre Früchte, Knospen und Laub den Weidetieren Nahrung bieten. Damit die Bäume nicht durch Verbiss beschädigt wurden, sind sie zum Beispiel mit Dornsträuchern geschützt worden, die die Bauern um die Stämme legten.

Neue Bäume sind mit großem Abstand gepflanzt worden, dadurch entwickelten sich mächtige Baumkronen. Oft sind mehrere Bäume in ein Pflanzloch gesetzt worden. Andere Bäume wurden in der Krone beschnitten. Ziel war es dadurch nicht nur mehr Eicheln und Bucheckern zu bekommen, sondern auch mehr Blätter. Denn die wurden im Winter als Einstreu für die Stallungen genutzt. Mit dem Laub gingen dem Wald aber auch die Nährstoffe verloren. Die Böden verarmten und es entwickelte sich Heidevegetation.