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Wiesen

Wiesen werden nicht beweidet. Sie werden mindestens einmal im Jahr zur Gewinnung von Heu oder Grassilage gemäht. Durch diese spezielle Nutzung entwickelt sich auch eine ganz bestimmte Artenzusammensetzung, die sich von der Weide unterscheidet. Tiere wählen auf der Weide nur die gut schmeckenden Pflanzen aus – stachelige oder stark behaarte Kräuter werden gemieden und können sich besser ausbreiten. Bei der Mahd wird dagegen alles abgeschnitten. Auch die Zahl der Schnitte wirkt sich auf die Zusammensetzung der Arten aus.

Vor Ihnen liegt eine – nach heutigen Maßstäben – artenreiche Wiese. Diese Artenvielfalt ist nur möglich, weil die Fläche nicht gedüngt oder gespritzt wird und nicht mehr als zweimal im Jahr gemäht wird. Hierdurch haben die verschiedenen Wiesenpflanzen ausreichend Zeit zu blühen und Samen zu bilden. Durch die heute in der Intensiv-Landwirtschaft übliche, starke Düngung und den Einsatz von Spritzmitteln werden nur wenige, konkurrenzstarke Arten gefördert. Meistens handelt es sich um schnell- und hochwüchsige Gräser.  Viele Wildblumenarten können sich gegenüber diesen Massenarten nicht behaupten und sind deshalb größtenteils verschwunden.

Diese Wiese hier ist so artenreich, weil der Untergrund aus Jura-Ton und der Wechsel von trockenen und feuchten Bereichen viele unterschiedliche Arten begünstigt. Weil Sie hier auf rund 250 Metern Meereshöhe sind, ist der Standort schon leicht montan geprägt. Das kann man zum Beispiel am Schlangen-Knöterich erkennen. Diese Pflanze ist typisch für das Bergland.

Die Wiese ist trittempfindlich. Viele Wiesenblumen überleben einen Tritt nicht und verkümmern frühzeitig. Den blütenbesuchenden Bienen, Schmetterlingen und vielen anderen Tieren geht dadurch ihre Nahrungsgrundlage verloren, und die Pflanzen werden durch vorzeitiges Absterben an der Samenproduktion gehindert. Die ganze Artenfülle der Wiese lässt sich aber auch vom Wegesrand aus erleben.