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Öl am Tönsberg

Die hier im Wald gelegene, mit Wasser gefüllte Grube, ist das Relikt eines Tagebaues. Hier, auf der Nordseite des Tönsberges, entdeckte man Anfang des 19. Jahrhunderts bei der Suche nach Steinkohle Ölgestein.

Der im Erdzeitalter Lias, vor etwa 185 Millionen Jahren abgelagerte Schieferton ist hier als bituminöser Schiefer oder auch Ölschiefer ausgebildet. Hervorgegangen ist der Ölschiefer aus Faulschlamm, der sich in einem stehenden Gewässer gebildet hatte. Abgestorbene Pflanzen und tote Tiere sanken in großer Zahl auf den Grund des Gewässers. Sauerstoffarmut verhinderte eine Zersetzung. Die organischen Bestandteile vereinigten sich mit den Sedimenten und bildeten unter Druck den Ölschiefer.

Eduard Busse, Eigentümer des Gutes Wistinghausen, nahm den Abbau von Ölschiefer mit der 1867 gegründeten Aktiengesellschaft „Elisabeth“ auf. Das abgebaute bitumenhaltige Gestein wurde zermahlen und erhitzt. Das Produkt war ein Leuchtöl. Auf den Markt drängendes, billiges nordamerikanisches Petroleum brachte schon bald das Aus. Die Arbeiten wurden schon 1870 wieder eingestellt. Zurück blieb ein Erdloch, die alte Tagebaugrube. 1910 begann 500m weiter westlich ein weiterer Versuch, den Ölschiefer zu nutzen. Im Tagebau „Mathilde“ wurden gewaltige Mengen Erde bewegt. Ziel war die Herstellung von Zuschlägen für die Zementproduktion. Bevor die eigentliche Produktion anlief, kam es zum Konkurs. Die „Rekord-Cement-Industrie“ aus Berlin übernahm die Ausbeutung. 1928 wurde die Produktion eingestellt. Heute ist die Grube „Mathilde“ verfüllt, die Fabrikanlagen sind abgetragen.Unter dem Tönsberg sollen nach Schätzungen noch eine Million Tonnen Ölschiefer lagern.