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Grenzgänger


Die Geschichte des Ortes Harzberg ist geprägt durch seine Grenzlage. Die führte dazu, dass sich hier häufig fahrendes Volk – im damaligen Volksmund „Tatern“ genannt – aufhielt. Ihnen war es nach einer mittelalterlichen Verordnung nicht erlaubt, länger als einen Tag an einem Ort zu lagern. So suchten sie Orte in Grenznähe, um schnell umziehen zu können.

Ihre Anwesenheit brachte dem Berg die Bezeichnung „Taternberg“ ein.

Ab dem 18. Jahrhundert verlief hier die Grenze zwischen dem Fürstentum Lippe und dem Königreich Preußen. Der Grenzverlauf wurde durch Grenzsteine markiert. Zwei dieser Hoheitssteine sind heute noch sichtbar. Einen von ihnen finden Sie wenige Hundert Meter von hier in Richtung Schieder.

Dort liegt auch das Restaurant Fischanger. 1817 errichtet, diente es ursprünglich als Forsthaus. Als 1820 die Straße nach Schwalenberg fertig gestellt wurde, passierte an dieser Stelle der gesamte Warenverkehr zwischen Schwalenberg und Paderborn. Daher entschied man, im Forsthaus eine Zollstation einzurichten. Mit dem Ausbau der Eisenbahn verlor die Station ihre Funktion und Einnahmen und wurde 1897 aufgegeben.

Im 17. Jahrhundert gab es heftige territoriale und konfessionelle Streitigkeiten um das Lügder Gebiet zwischen den Grafen von Waldeck und dem Hochstift Paderborn. Auch nach einem Vergleich 1667 kehrte kein Friede ein. Obwohl das Lügder Gebiet nun dem Bistum Paderborn zugeordnet war, wehrte sich der Graf von Waldeck dagegen, die Gebietsteile abzutreten, von denen er meinte, dass sie zu seinem Privatbesitz gehörten, wie zum Beispiel das damalige Waldgebiet am Harzberg. Erst 1713 konnten die Grenzstreitigkeiten geklärt werden und das Gebiet kam endgültig zu Lügde.

Quelle: Josef Friese: Zur Geschichte des Ortes Harzberg