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Ferne Ufer

Was haben die „Bratwurst Days“ in Sheboygan im amerikanischen Bundesstaat Wisconsin mit dem Lügder Ortsteil Hummersen zu tun?


Eine ganze Menge. Denn im Zuge der Auswandererwelle in der Mitte des 19. Jahrhunderts machten sich auch 20.000 Lipper auf den Weg, um in der Ferne ihr Glück zu finden. Hunger, Perspektivlosigkeit und die politischen Bedingungen waren die Gründe für diesen großen Schritt. Viele Hummerser ließen sich vom „Amerikafieber“ anstecken. Zur damaligen Zeit war das Dorf überbevölkert. Viele Bewohner fanden keine Arbeit, Männer mussten oft als Tagelöhner arbeiten, alleinstehende Frauen hatten ein schweres Leben. Aber die hoffnungsvollen Berichte der Auswanderer machten anderen Auswanderungswilligen Mut, den Schritt in ein neues Leben zu beginnen.

Für die Überfahrt und den Neustart wurde das gesamte Hab und Gut verkauft. Die beschwerliche Reise führte zunächst nach Polle. Dann mit dem Schiff auf der Weser nach Bremen. Von Bremerhaven aus führte die siebenwöchige Überfahrt nach New Orleans und New York. Von dort aus reisten die Auswanderer meist in die Nähe der großen Seen. Denn hier lebten bereits viele Lipper. Und so zog es die Hummerser dahin, wo sie weiter ihr vertrautes Plattdeutsch sprechen konnten. In eine Region, die auch „Plattdeutsche Prärie“ genannt wird und die zwischen Chicago und St. Louis, Missouri, Illinois, Indiana, Iowa, Michigan und Nebraska liegt. Bis heute wird an der High School und dem College in Sheboygan Deutsch unterrichtet. Einen plattdeutschen Spruch hat manch ein amerikanischen „Neu-Lipper“ immer noch auf den Lippen. Und noch heute können Hummerser von Verwandten berichten, die damals ausgewandert sind.

Quelle: www.lippe-auswanderer.de