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Kleine Eiszeit – großes Kloster

Vor rund 550 Jahren wurde mit der Gründung des Augustiner Klosters in Dalheim der Grundstein für eine der bedeutendsten Klosteranlagen Westfalens gelegt. In den drei Jahrzehnten nach der Klostergründung wurde eine vollständig neue Klosteranlage gebaut. Um 1500 lebten im Kloster Dalheim 24 Mönche und 100 Laienbrüder. Bis zur Säkularisation und der Aufhebung des Klosters 1803 galt Dalheim als das geistliche, aber auch wirtschaftliche Zentrum des südlichen Paderborner Landes.

Wenn Sie sich heute im Museum ein Bild vom klösterlichen Leben machen, sollten Sie wissen: auch das Klima zurzeit der Augustiner Chorherren war deutlich anders als heute. Die Entwicklungsphase des Klosters deckt sich mit der Phase der so genannten kleinen Eiszeit. Damals war es im Mittel rund 1° kälter als heute. Die Winter waren in der Regel sehr kalt und dauerten lange an, die Sommer waren nasskalt. Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen waren enorm: es gab Missernten, Viehsterben, Hungersnöte und Epidemien. Auch während dieser Zeit reichten die umfangreichen Ländereien des Klosters aus, um den eigenen Bedarf an Nahrungsmitteln zu decken. Weil der damalige Ort Dalheim eng mit dem Kloster verbunden war, profitierte auch er von den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Wahrscheinlich deshalb gibt es keine Hinweise auf Hungersnöte in Dalheim während der kleinen Eiszeit. Im Fürstentum Lippe allerdings, nahmen die Beleidigung- und Körperverletzungklagen in dieser Zeit deutlich zu. Es wird vermutet, dass diese erschwerten Lebensbedingungen und die Auseinandersetzungen auch Hintergrund für die Hexenverfolgung waren.