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Totholz & Spechte

Aufgrund des hohen Anteils von Alt- und Totholz und der zahlreichen Alteichen, insbesondere in der Fürstenallee, finden wir im Kleinen Bruch verschiedene Spechtarten zum Teil in hohen Bestandsdichten. Das reiche Nahrungsangebot ist ein weiterer Grund hierfür. In der Rinde und im Holz der alten oder abgestorbenen Bäume finden Spechte ihre bevorzugte Nahrung: Insekten, Larven und andere Kleintiere.

Spechte sind hervorragend an das Leben in und an den Bäumen angepasst. Mit ihren scharfen Zehenkrallen können sie geschickt selbst an glatten Stämmen klettern. Eine federnde Verbindung zwischen dem kräftigen Meißelschnabel und dem Hirnschädel sorgt für eine Stoßdämpferfunktion beim Bau ihrer Nisthöhlen. Durch diese Anpassung werden Kopfschmerzen oder gar Gehirnerschütterungen durch „Trommeln und Hämmern“ an Stämmen vermieden.

Viele Arten legen in ihren Revieren über die Jahre deutlich mehr Höhlen an, als sie für die Aufzucht ihrer Jungvögel oder als Schlafplätze benötigen. Unbenutzte oder verlassene Höhlen dienen häufig „Nachmietern“ wie Hohltauben, Staren, Fledermäusen, Siebenschläfern oder Insekten als Behausung. Da zahlreiche höhlenbewohnende Tierarten heute gefährdet sind, ist der Schutz von Höhlenbäumen besonders wichtig. Spechte besitzen daher eine bedeutende Funktion für das gesamte Ökosystem Wald. Zudem nützt ihr Einfluss als Insektenvertilger der Forstwirtschaft.

Die häufigste Spechtart der Senne ist der weit verbreitete Buntspecht, den wir auch hier an unserem Standort beobachten können. Zudem brütet hier der auffällige Grünspecht, der aufgrund seiner charakteristischen Rufe auch als „Lachender Hans“ bekannt ist. Diese Spechtart ernährt sich hauptsächlich von bodenbewohnenden Ameisen, die mit der typischen langen Spechtzunge aufgenommen werden. In den letzten Jahren zeigt diese früher recht seltene Art einen auffallend positiven Bestandstrend.

Als Nahrungsgast kann häufig auch der größte einheimische Specht, der Schwarzspecht festgestellt werden. Sein Brutrevier liegt in den Buchenwäldern des nahe gelegenen Teutoburger Waldes. Schwarzspechthöhlen sind leicht an ihrem ca. 12 cm hohen ovalen Einflugloch zu erkennen.

Auch der sehr seltene Wendehals, ebenfalls ein Spechtvogel, wurde bereits im Kleinen Bruch nachgewiesen. Er ist auf die Höhlen anderer Spechte angewiesen, da er nicht in der Lage ist, eigene zu zimmern.