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Paradieswiesen

An dieser Station können wir einen einmaligen Blick über die Paradieswiesen genießen. Durch den Einfluss des oberflächennahen kalkhaltigen Grundwassers finden sich hier am Ortsrand von Oesterholz besonders arten- und blütenreiche Wiesen. Typische Vertreter dieses Lebensraumes, wie Hahnenfuß und Kuckuckslichtnelke, bilden im Juni gemeinsam den typischen Blühaspekt. Später übernehmen Gräser die Vorherrschaft. Zu den bestimmenden Pflanzen der Feuchtwiesen kommen einzelne Vertreter der Grasheiden hinzu.

Die weiten Feuchtwiesen sind nicht nur ein paradiesischer Lebensraum für seltene Arten, sondern stellten in früherer Zeit eine überlebenswichtige Grundlage für die Viehhaltung dar. Der Name Paradieswiesen bezeugt den hohen Wert, den diese Wiesen für die Landwirtschaft in früherer Zeit hatten.

In der Sennelandschaft gab es von Natur aus nur wenige Standorte (wie z.B. die schmalen Bachtäler), die für die Viehfutter- also Heuproduktion geeignet waren. Auf den vorherrschenden armen und trockenen Sandböden der Senne wuchs in der Regel nur das wenig nahrhafte Heidekraut. Die feuchten Paradieswiesen bildeten daher einen Kontrast zu der umgebenden Trockenlandschaft und wurden aufgrund ihres hohen Wertes für die Heuproduktion als paradiesisch angesehen.

Die Lage am Rand der Senne und die Gunst des Standortes führten zu einer frühen Besiedlung des Oesterholzer Raumes. Die Verzahnung von feuchten Futterwiesen im Westen mit guten Ackerböden im Übergang zum Teutoburger Wald im Osten machte das Gebiet besonders interessant. Die alten Bauernhöfe wie der Sternhof oder der alte Meiereihof des späteren Jagdschlosses belegen dies.

Die wertvollen Feuchtwiesen werden heute von der Biologischen Station Paderborner Land durch extensive Bewirtschaftung gepflegt.