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Sandbach

Insgesamt stellt die Senne eine der fließgewässerreichsten Regionen in Nordrhein-Westfalen dar. An dieser Stelle passieren wir den Sternhofbach. Der Sternhofbach ist ein Beispiel für einen typischen Tiefland-Sandbach. In der Senne entspringen zahllose solcher Bäche in der Quellzone am Westrand des Teutoburger Waldes. Sie alle gehören zu den parallel verlaufenden Gewässersystemen der Lippe und der Ems. Der Sternhofbach entspringt am Sternhof nördlich des Schlosses und fließt in die Strothe, die später in die Lippe einmündet. Schließlich gelangt das Wasser über den Rhein in die Nordsee. Insbesondere am Oberlauf besitzen die meisten der Sennebäche, so auch der Sternhofbach, eine ausgezeichnete Wasserqualität. Eine reiche und charakteristische Wasservegetation konnte sich daher entwickeln. Sie besteht aus Pflanzen wie Brunnenkresse, Aufrechter Merk, Wasser-Hahnenfuß oder Wasserstern, die zum Teil reiche Bestände bilden.

Wir können hier am Sternhofbach noch die natürliche Struktur eines unbeeinflussten Sandbaches erkennen. Auffallend sind die Sandrippel am Sohlengrund der Bäche, die sich wie in der Wüste immer wieder neu verlagern. Hier erkennt man den formenden Einfluss des strömenden Wassers. Kennzeichnend sind der mäandrierende (also gewundene) Verlauf mit dem Wechsel von Prall- und Gleitufern. Prallufer werden durch die Erosion des Wassers ausgebildet, Gleitufer liegen in den Bereichen, in denen die Fließgeschwindigkeit geringer ist und in Folge dessen eine Ablagerung von Sanden stattfindet. Diese Strukturen, die durch die Kraft des Wassers immer wieder neu entstehen, sind als bachtypische Lebensräume besonders schützenswert.

Steile Prallufer werden z.B. vom schillernden Eisvogel genutzt, um seine bis zu 1m langen Niströhren anzulegen, die durch ihre Lage in einer Steilwand vor Feinden geschützt sind. Im typischen Tauchsturz von einer Sitzwarte aus erbeutet der scheue Vogel Kleinfische wie Stichlinge und junge Bachforellen. Auch andere Vogelarten, wie Gebirgsstelze und Wasseramsel sind eng an den Lebensraum Bach gebunden. Sie nutzen Verstecke am Bachufer zur Anlage ihrer Nester und machen Jagd auf bachbewohnende Kleintiere. Typische Vertreter der Fischfauna sind Groppe und Bachneunauge sowie die Bachforelle.