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Finkenkrugeiche

An dieser Stelle stand die mächtige, jahrhundertealte Finkenkrugeiche. Sie maß über 5 m Stammumfang bei einer Höhe von rund 25 m. Der freistehende Baum hätte uns eine lange und aufregende Geschichte zu erzählen: So hat hier bis 1653 der Finkenkrug, eine alte Gastwirtschaft gestanden. Diese gab sowohl dem Gelände als auch der Eiche ihren Namen. Vermutlich geht zudem die Anpflanzung der Finkenkrugeiche selbst auf die Gründung des Gasthofes zurück.

Der älteste Krug der Senne musste jedoch 1653 aufgrund der verheerenden Auswirkungen des 30jährigen Krieges aufgegeben werden. Der damalige Finkenkrüger Hans Sibille schildert in diesem Zusammenhang, dass der Krug „in den vorgewesenen Kriegsläufften ganz ruiniert und abgebrandt worden“ war. Er zog mit den Krügerrechten nach Schlangen um.

Doch zurück zur Finkenkrugeiche: Schon seit 1920 wurde die Jahrhunderte alte und innen bereits hohle Eiche als lippisches Naturdenkmal geführt. Der markante Baum wurde durch Brandstiftung im Jahr 1931 so stark geschädigt, dass nur noch ein verbranntes Skelett übrig blieb. Erst 1999 fiel auch dieser abgestorbene Rest, welcher als Wahrzeichen des Ortes galt, in sich zusammen. Das umgestürzte Holzgerüst wird seitdem von Kleinstlebewesen nach und nach zersetzt, bis neuer Humus entstanden sein wird. Hier kann man hautnah das Vergehen eines Baumes miterleben. Damit das Baumdenkmal auch in Zukunft nicht vergessen wird, wurde schon 1981 eine neue Eiche gepflanzt, die sich gut entwickelt. Der Lauf der Natur, Vergänglichkeit und Neuentstehung werden hier in engem Nebeneinander sichtbar.

Auf dem Gelände um den ehemaligen Finkenkrug wird auch die historische Bedeutung der Gegend um Oesterholz deutlich: Zahlreiche historische Funde von der Steinzeit an, über die Zeitenwende bis zu frühmittelalterlichen Grabungsergebnissen belegen die frühe und dauerhafte Besiedlung und Nutzung des Raumes.

Die römischen Funde (Pilumspitze und Münzen) könnten auf einen alten römischen Lager- oder Rastplatz im Oesterholzer Raum hindeuten. Für diese Überlegung spricht die günstige strategische Lage an einem alten Kreuzungspunkt überregionaler Wegeverbindungen am Rand des Teutoburger Waldes. Diese Fernwege, wie der Frankfurter Weg, die Cöllnische Landstraße oder die alte Lippestraße dienten jahrhundertelang als Handels- und Heerstraßen. Aufgrund der zahlreichen Münzfunde wird vermutet, dass die Römer hier über die Pässe des Teutoburger Waldes zogen.