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Jagdschloss

Die Senne ist seit jeher besonders wildreich. Da die lippischen Landesherren ein hohes Interesse an der Ausübung der Jagd hatten, bauten sie hier am Rand der Senne ihr Jagdschloss. Zudem sollte der Landesanspruch in diesem abgelegenen Teil Lippes „hinter den Bergen des Teutoburger Waldes“ behauptet und untermauert werden.

Der Schlossbau ging aus einem seit dem Jahr 850 bestehenden Meiereihof hervor. 1599 wurde der von Landesherr Simon dem VI. in Auftrag gegebene Umbau der Anlage zum Jagdschloss fertig gestellt. Der beachtliche Gesamtkomplex von Jagdschloss und Meierei maß insgesamt 92 Meter in der Breite und 153 Meter in der Länge.

Der Komplex war von einem Wassergraben umgeben und nur über eine Zugbrücke zu erreichen, wodurch seine Wehrhaftigkeit in der ansonsten ungeschützten Lage in der Senneebene gewährleistet werden sollte. Zusätzlich gab es Schießscharten in den Mauern. Die südlichen Eckpunkte der Jagdschlossanlage wurden durch zwei runde Türme gesichert und entlang der gesamten Westseite standen Wirtschaftsgebäude. Die Gräfte ist heute bis auf den südlichen Abschnitt verlandet oder verfüllt worden.

Genutzt wurde das Jagdschloss für die herrschaftlichen Jagd- und Festgesellschaften und als Reiseunterkunft. Außerdem wurden hier in verkehrsgünstiger Lage auf halbem Wege Verhandlungen zwischen der Grafschaft Lippe und dem Hochstift Paderborn geführt. Während des 30jährigen Krieges waren sowohl protestantische als auch katholische Heerführer als Gäste anwesend. Trotzdem wurden das Schloss und die Meierei in den Kriegsjahren 1633/34 zweimal ausgeplündert. Dabei wurden 36 Kühe abgeschlachtet und 100 Pferde geraubt. Nach Kriegsende ließ Graf Hermann Adolf zur Lippe jedoch aufgrund der reichen Wildbestände das Jagdschloss in großem Umfang ausbauen. Anstelle des alten Fachwerkbaus entstand ein großes Schlossgebäude aus Stein.

Im 18. Jahrhundert verlor das Jagdschloss Oesterholz an Bedeutung. Das Jagdschloss Lopshorn bei Augustdorf nahm immer mehr seine Stellung ein. Zudem ging das Interesse an der Jagd zurück. Durch die Vernachlässigung verfiel die Anlage immer mehr, sodass heute nur noch Reste übrig sind.

Während der typische Weserrenaissance-Fachwerkbau links vom Torbogen erhalten geblieben ist, wurde das eigentliche steinerne Schlossgebäude rechts davon bereits 1775 abgetragen. Die Baumaterialien fanden Verwendung bei der Errichtung des Kurhauses „Zur Rose“ in Meinberg. Auch die Meiereigebäude sind später verschwunden. Die übrigen Bauten wurden anschließend als Wirtschaftshof verpachtet und als Oberförsterei genutzt. Heute ist in dem ehemaligen „gräflichen Gemach“ links des Tores das Kreisaltenheim untergebracht.