Die GPS-Erlebnisregion ist offizielles Dekade-Projekt
Navigation: Home - Augustdorfer Dünenfeld - Sukzession

Sukzession

An dieser offenen Stelle am Wegesrand lässt sich gut die Sukzession (Vegetations-entwicklung) auf den nährstoffarmen Sandböden der Senne nachvollziehen. Wir sehen verschiedene Entwicklungsstadien, wie z.B. dichten Kiefernwald im Hintergrund, junge Kiefernsämlinge am Weg, sonnige Gras- und Flechtenflure sowie offene Sandstellen.
Doch was bedeutet Sukzession und wie verläuft die Vegetationsentwicklung auf Sand genau?

Unter Sukzession versteht man die zeitliche Abfolge von verschiedenen Vegetationsstadien auf ein und demselben Standort. In Mitteleuropa ist das Endstadium der Sukzession in der Regel der Wald. Auch auf den armen Sandböden der Senne wäre ein lichter Laubwald aus Eichen und Buchen das Endstadium der Vegetationsentwicklung. Bis zu dieser Endphase der Sukzession werden viele verschiedene Entwicklungsstufen durchschritten. Ihr Ablauf kann durch menschliche Beeinflussung jedoch verändert, bzw. angehalten werden.

So entstanden in der Senne durch die Plaggenwirtschaft immer wieder offene Sandbereiche, die in ihrer Vegetationsbesiedlung künstlich auf das Anfangsstadium (auf „Null“) gebracht wurden. Diese offenen Sande sind extreme Sonderstandorte und werden zuerst von Pionierpflanzen, wie dem Silbergras und der Sandsegge besiedelt (siehe Station Silbergrasrasen). Später kommen weitere Gräser und die Besenheide hinzu. Dieses Entwicklungsstadium kann über lange Zeit durch Schafbeweidung oder Mahd künstlich aufrechterhalten werden. In der Senne war die vielfältig genutzte Heidelandschaft seit dem Mittelalter vorherrschend. Eine Bewaldung konnte sich erst ab dem 19. Jahrhundert durchsetzen, als der Mensch das Interesse an der Heidenutzung verlor und zudem Kiefernaufforstungen im großen Stil durchgeführt wurden. Doch auch die heute großflächig verbreiteten Kiefernwälder und -forsten stellen nur ein menschlich beeinflusstes Zwischenstadium der natürlichen Sukzession dar. An einigen Stellen kann man bereits das Aufkommen von Laubbäumen erkennen. In einigen Generationen kann sich bei Nichteingreifen des Menschen aus dem Kiefernwald schließlich als Endprodukt ein Laubwald mit Eichen, Buchen und weiteren Begleitbaumarten herausbilden.