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Wacholder

Der immergrüne Wacholder gehört zu den am weitesten verbreiteten Nadelgehölzen der Erde. Er ist in der Lage, karge und trocken-warme Standorte zu besiedeln und kann ein Alter von bis zu 2.000 Jahren erreichen. Typisch sind die stachlig-spitzen Nadelblätter und sein säulenförmiger bis strauchiger Wuchs. Höhen von 3-5 m sind die Regel.

Seine dunklen Früchte werden gern von Vögeln, wie Sing- und Wacholderdrossel, aufgenommen. Gleichzeitig sorgen die Vögel über ihren Kot für die Verbreitung der Wacholdersamen. Auch der Mensch schätzt die Früchte, Nadeln und Zweige mit ihren ätherischen Ölen als altbekanntes Heilmittel. Die Beeren werden außerdem zum Aromatisieren von Speisen, wie Wildgerichten und Sauerbraten, sowie zur Herstellung von Spirituosen, z.B. des bekannten Wacholderschnaps verwendet.

Der Wacholderstrauch vor uns ist ein Relikt der historischen Heidelandschaft der Senne. Er zeigt uns einen Einblick in die Vergangenheit dieser Region. Über Jahrhunderte war die offene Heidelandschaft typisch für die armen Sandböden der Senne. Entstanden durch menschliche Einflüsse wie Abholzung und Schafbeweidung, wurde der natürliche Wald zurückgedrängt und weite Calluna-Heideflächen breiteten sich zwischen Bielefeld und Paderborn aus.

Aufgrund der stachligen Nadeln wurde der Wacholder von den hier weidenden Schafen gemieden und konnte sich verbreiten. Schäfer bekämpften ihn allerdings lange Zeit als „Weideunkraut“. Aufgrund seiner hohen Lebenserwartung konnte er jedoch in Teilbereichen bis heute überdauern. Die alte Heidelandschaft ist inzwischen durch Kiefernbestände ersetzt worden. Die im Wald stehenden Wacholdersträucher zeugen jedoch bis heute von der alten Kulturlandschaft der Heidebauern. Da Wacholder ausgesprochen lichtbedürftig sind, bewirkt die zunehmende Beschattung durch die hoch wachsenden Kiefern ein langsames Absterben der niedrigeren Wacholder. Unser Exemplar hier am Wegesrand hatte Glück, da das lichte Kronendach an dieser Stelle noch genügend Sonnenstrahlen freigibt. An dunkleren Orten kümmern die Pflanzen dahin, bis sie schließlich völlig absterben.