Die GPS-Erlebnisregion ist offizielles Dekade-Projekt
Navigation: Home - Augustdorfer Dünenfeld - Plaggenesch

Plaggenesch

In den Stationen 9 (Heidefläche) und 14 (Heidepflege) wurde die traditionelle Plaggenwirtschaft und ihr Einfluss auf die Landschaftsentwicklung, insbesondere auf die Heideflächen, bereits angesprochen. Plaggen wurden in der Heide gewonnen. Hierbei wurde das Heidekraut mitsamt der oberen Wurzelschicht abgestochen und als Strohersatz in die Ställe gebracht. Nach der Anreicherung mit dem Kot und Harn der Tiere landete dieses Material schließlich als wertvoller Dünger auf den Sandäckern.

Solch einen alten Sandacker sehen wir hier vor uns. An seinem inneren Bodenprofilaufbau lässt sich erkennen, dass hier über lange Zeiträume Plaggendüngung betrieben wurde. Ein menschlich geprägter Bodentyp ist entstanden – der sog. Plaggenesch. Kennzeichnend für Plaggeneschböden ist der bis zu 50 cm mächtige schwärzlich – humose Oberboden, der sich durch die beständige Zufuhr von organischem Material im Zuge der Plaggendüngung herausgebildet hat. Trotz der Düngung war nur der Anbau anspruchsloser Feldfrüchte wie Roggen und Buchweizen möglich. Dennoch waren die Eschböden die einzig möglichen Ackerstandorte und daher für die Sennebauern überlebensnotwendig.

Während die aufgeplaggten Böden mit Nährstoffen angereichert wurden, verarmten die siedlungsfernen, entplaggten Heideböden. Hier entstand ein anderer Bodentyp – der sog. Podsol. Der Podsol wird durch den Entzug der Plaggenschicht und durch natürliche Verlagerungsprozesse immer nährstoffarmer. Durch Auswaschung lagern sich zudem Eisen- und Aluminiumverbindungen im Untergrund an, sodass in 30-40 cm Tiefe feste so genannte Ortsteinbänder entstehen, die eine Durchwurzelung verhindern und eine Vernässung durch aufgestautes Regenwasser bewirken können. Während sich Eschböden nur auf kleinen ackerbaulich genutzten Bereichen in Siedlungsnähe bildeten, entstanden Podsolböden in großer Ausdehnung auf den einst weiten Heideflächen der Senne.