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Grenzeiche

Genau wie die Grenzsteine dienten auch Solitärbäume zur Markierung und Festlegung der preußisch-lippischen Grenze. Häufig wurden Eichen für diese Zwecke gepflanzt. In der offenen und weiten Heidelandschaft der Senne zeigten die mächtigen Bäume schon von weitem den Grenzverlauf an. Die Eiche an dieser Stelle steht also nicht zufällig hier, sondern zeugt noch heute von der Geschichte dieser Gegend.

Vermutlich war sie sogar Zeuge des so genannten Hudekrieges Anfang des 19. Jahrhunderts:

Im damaligen preußisch-lippischen Grenzgebiet kam es kurz nach der Gründung der lippischen Gemeinde Augustdorf im Jahr 1775 zu Streitigkeiten mit Stukenbrock. Vor allem zwischen 1810 und 1817 werden zwischen den alteingesessenen Stukenbrocker Bauern und den „lippischen Neubürgern in der Senne“ verschiedene Reibereien um die Weiderechte gemeldet. Grund für die Auseinandersetzungen waren die Hude- und Plaggenrechte der Stukenbrocker in der lippischen Senne, die seit langer Zeit bestanden, nunmehr aber in Frage gestellt wurden. Im Zuge der Auseinandersetzung kam es zu regelrechten Dorfschlachten:

„Es fing damit an, daß am 25. Juni 1810 dem Henrich Bories von 10 mit Schuten, Forken und Stöcken bewaffneten Augustdorfern, nahe an der Landesgrenze ein Rind gepfändet wurde. Am selben Tage zeigten Konrad Sieweke, Jost Herm Klöpper, Knepper und Kolon Mertens ebenfalls an, daß ihnen ein ganzer Haufen gleichbewaffneter Augustdorfer 4 Stück Hornvieh mit Gewalt weggetrieben hätte. Fälle dieser Art häuften sich. Auch die Trockenstapel von Torf und Heidestreu waren von räuberischen Zugriffen nicht mehr sicher. Das Streben auf lippischer Seite ging ohne Zweifel darauf hinaus, Stukenbrock in seinen Hudegerechtigkeiten auf die Landesgrenze zurückzudrängen. Die Stukenbrocker wollten sich so ohne weiteres ein jahrhundertealtes Recht nicht nehmen lassen. Sie beeilten sich, es den Augustdorfern in der Pfändung und Wegnahme von Vieh gleichzutun. Als man sich über alte Fütterungskosten nicht einigen konnte, brachen in einer Nacht die Stukenbrocker einen Augustdorfer Schafstall ab und fuhren in mehr als 100 Wagenladungen – so behaupteten die Augustdorfer – Holz und Steine fort, die sie in die Erde vergraben oder zum Bau neuer Häuser verwandt hätten.
Der Pfändung und Gewalttat auf der einen Seite folgte in Kürze eine solche der anderen….“

Am 30. Juni 1817 kam schließlich eine Einigung zwischen der preußischen und der lippischen Regierung zustande.