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Sandgrube

Diese Sandgrube ist ein ca. 7 ha großes ehemaliges Dünengebiet, auf dem von 1956-1975 Sand gewonnen wurde. Nach dem Abbau gelang es der Gemeinschaft für Naturschutz Senne und Ostwestfalen e.V. (GNS) im Gespräch mit den Eigentümern und Behörden zu verhindern, dass diese Grube mit Schutt aufgefüllt wurde.

Bereits kurz nach ihrer Gründung im Jahr 1975 begann die GNS mit der Renaturierung dieser Fläche. So wurden neben bestehenden Blänken (Tümpeln mit periodisch wechselndem Wasserstand) weitere kleinere Teiche modelliert. Entlang dieser Gewässer wurden Initialpflanzungen mit Gehölzen vorgenommen und trittempfindliche Bereiche durch Einzäunungen geschützt. Heute stellt die ehemalige Sandgrube mit einem Mosaik aus Kleingewässern, Sandmagerrasen und Weidengebüschen einen vielfältigen Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten dar. So findet sich am Rande der Kleingewässer neben Torfmoosen auch der seltene Rundblättrige Sonnentau. Um die sich rasch ausbreitende Verbuschung einzudämmen, sind auch in Zukunft große Anstrengungen nötig. Nur durch regelmäßige Pflegemaßnahmen und gezielte Gehölzentnahme können die seltenen und wertvollen offenen Lebensräume erhalten werden.

An sonnigen und geschützt liegenden Böschungsrändern der Abgrabung baut etwa die Larve der Ameisenjungfer, der so genannte Ameisenlöwe, seine 3-4 cm großen Fangtrichter in den losen Sand. Am Grunde ihres Trichters gräbt sich die räuberisch lebende Larve ein. Gerät nun ein Insekt, häufig sind es Ameisen, in die Falle, gelangt es durch den von oben nachrutschenden Sand oder durch „aktives Bewerfen“ mit Sandkörnern durch die lauernde Larve tiefer nach unten. Schließlich fängt der Ameisenlöwe die Beute mit seinen starken Kiefernzangen und saugt sie anschließend aus. Am Ende seiner ca. 2 jährigen Larvenzeit spinnt sich der Ameisenlöwe einen Kokon, dem er nach einer vollständigen innerlichen Umwandlung (Metamorphose) als flugfähige Ameisenjungfer entschlüpft.