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Mühle

Die Iggenhauser Mühle gehörte ursprünglich den Grafen von Westfalen und war verpachtet. Ihr genaues Baujahr ist nicht bekannt; 1737 wird aber bereits ein Müller Schuhmacher und 1768 ein Müller Zinselmeyer auf der Mühle erwähnt. Die Mühle war Zwangsmühle für Iggenhausen, d. h., dass die Bewohner des Ortes auf keiner anderen Mühle mahlen lassen durften. Dieser Mahlzwang wurde erst 1810 durch die preußische Regierung aufgehoben. Die heutigen Eigentümer kauften die Mühle in den 1870er Jahren. Obschon Gebäude und Mühlentechnik im Laufe der Geschichte immer wieder umgebaut wurden, bietet die Mühle den unverfälschten Eindruck einer kleinen ländlichen Lohnmühle aus der Zeit um 1900. Das im Kern noch barocke niederdeutsche Hallenhaus vereinigt Mühle, Wohntrakt und Stallungen unter einem Dach. Nie bildete die Mühle den alleinigen Broterwerb der Müllerfamilie. Ein landwirtschaftlicher Betrieb trug immer schon zum Lebensunterhalt bei. Auch der Mühlenbetrieb wurde immer wieder verändert. Von der einstmals angebauten Ölmühle ist nur noch die Ruine und der Kollergang zum Zerkleinern der Ölsaat erhalten. Im Keller der Mühle befand sich früher auch ein Backofen. Die Mühle hatte ursprünglich vier kleine, oberschlächtige Mühlräder, später waren es nur noch zwei, davon eines mittelschlächtig. Das ebenfalls nicht mehr erhaltene Rad der Ölmühle hatte einen Durchmesser von etwa 2,5 Meter und war oberschlächtig. Das größere Rad der Getreidemühle wird mittelschlächtig betrieben und leistet etwa 10 PS. Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde mit der Wasserkraft über einen Generator auch Lichtstrom erzeugt. Ein letzter wirtschaftlicher Aufschwung in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg war nicht von langer Dauer. Wie für fast alle kleinen Lohn- und Umtauschmühlen, kam auch für die Iggenhauser Mühle in den 1960er Jahren die endgültige Stilllegung. Die Mühle wurde glücklicherweise nicht ausgeräumt und konnte in den vergangenen Jahren einer aufwendigen Sanierung unterzogen werden. Seit dem Frühjahr 2000 treibt das erneuerte Wasserrad nun wieder, wie vor der Stilllegung in den 1960er Jahren, die Mahlwerke der alten gräflichen Mühle an.